Historische semitische Sprachwissenschaft

Author: Burkhart Kienast

Publisher: Otto Harrassowitz Verlag

ISBN: 9783447043595

Category: Foreign Language Study

Page: 641

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Am Nordrand der Arabischen Halbinsel treten in vorchristlicher Zeit in einem Zeitabstand von jeweils rund 700 Jahren neue semitische Volkerschaften mit eigener Sprache auf: die Akkader kurz nach 3000 v. Chr., die Kanaanaer ab ca. 2100 v. Chr., die Aramaer ab ca. 1400 v. Chr. und die Araber ab ca. 700 v. Chr. Auaerhalb dieser Abfolge steht das Sudarabisch-Athiopische, das aus sprachgeschichtlichen Grunden in die Mitte des 3. Jtd. v. Chr. zuruckreichen muss, auch wenn es erst ab ca. 1000 v. Chr. bezeugt ist. Aus diesen Tatsachen leitet Burkhart Kienast die Notwendigkeit einer historischen Betrachtung der semitischen Sprachen ab und folgt konsequent diesem Ansatz. Daraus resultieren neue Erkenntnisse auf fast allen Gebieten der Grammatik, etwa bei den aus dem Akkadischen gewonnenen Gesetzen der Nominalbildung, die grundsatzlich auch fur alle anderen semitischen Sprachen gelten, oder bei der Deutung der verbalen Tempora aus einem Nominalsatz, woraus sich der Zwang zur mehrfachen Umgestaltung des Verbalsystems ergibt. Verschiedene Punkte deuten darauf hin, dass das Semitisch im IV. Jahrtausend einen tiefgreifenden Wandel von einer Ergativsprache zu einer Sprache mit aktiver Verbalauffassung durchgemacht hat. Das Altsemitische (Akkadische) hat die typische Semitische Sprachstruktur noch nicht gefunden; sie konnte erst nach einigen Korrekturen (z.B. bei dem Status des Nomens und im Verbalsys-tem) ihre endgultige Auspragung erfahren.
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